Jedes Jahr erinnern die „16 Tage gegen Gewalt“ daran, dass körperliche, psychische und sexualisierte Gewalt weltweit Millionen von Menschen betrifft. Frauen sind besonders gefährdet – doch auch trans*, inter*, nicht-binäre und queere Menschen erleben überdurchschnittlich häufig Gewalt und Diskriminierung.
Die trans*Vielfalt Beratungsstelle setzt sich dafür ein, dass alle Menschen frei von Gewalt leben können. Wir stehen solidarisch an der Seite aller Betroffenen – unabhängig von Geschlecht, Geschlechtsidentität, sexueller Orientierung, Herkunft oder Lebenssituation.
Unser Angebot umfasst:
Vertrauliche Beratung für Betroffene von Gewalt und Diskriminierung
Unterstützung beim Zugang zu Schutzräumen, medizinischer oder psychologischer Versorgung
Begleitung bei rechtlichen Schritten
Sensibilisierungsarbeit für Einrichtungen, Schulen, Vereine und Organisationen
Gewalt ist niemals ein individuelles Problem – sie entsteht in gesellschaftlichen Strukturen. Gemeinsam können wir Räume schaffen, in denen Menschen Respekt, Sicherheit und Anerkennung erfahren.
Nein zu Gewalt. Nein zu Diskriminierung. Ja zu Vielfalt und Selbstbestimmung.
Am 4.12. sitze ich gemeinsam mit Johannes Wahala (Courage Österreich) und Doris Einwallner (Gleichstellungsrecht) am Podium, um genau darüber zu sprechen: Wie schaffen wir Räume, in denen sich alle Menschen sicher fühlen können?
Die jüngsten Ereignisse – ein rechtsextremer Mann, der den Personenstand missbraucht hat, um transfeindliche Stimmung zu erzeugen – zeigen vor allem eines:
👉 Das Problem sind nicht trans Personen.
👉 Das Problem sind jene, die Identitäten instrumentalisieren, um Hass und Angst zu schüren.
Trans Menschen sind keine Gefahr für Sicherheitsräume.
Trans Menschen sind eine Minderheit, die selbst Schutz braucht.
Und wir müssen endlich aufhören, ihre Existenz für politische Hetze zu missbrauchen.
Ich freue mich darauf, mit Expert*innen und Unternehmen ins Gespräch zu kommen – sachlich, klar und faktenbasiert.
Denn sichere Räume entstehen dort, wo wir uns gegen Angstpropaganda stellen und für Menschenrechte, Würde und Realität eintreten.
Wir freuen uns sehr, dass die Trans* Vielfalt Beratungsstelle in der aktuellen Ausgabe des XTRA! Magazins vorgestellt wird. Der Beitrag leistet einen wertvollen Beitrag zur Sichtbarkeit trans Communities* und betont die Relevanz einer qualifizierten, niedrigschwelligen und empowernden Beratung.
Unser Dank gilt dem XTRA! Magazin für die professionelle Zusammenarbeit und dafür, dass unsere Arbeit sowie unsere Angebote einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Gemeinsam setzen wir uns für eine starke, informierte und vielfältige Community ein.
Unsere Selbsthilfegruppe trans* ident bietet Raum für Austausch, gegenseitige Unterstützung und Verständnis.
Egal, ob du gerade am Anfang deines Weges stehst, schon länger in deiner Identität lebst oder einfach einen sicheren Ort zum Reden suchst – hier bist du willkommen. Gemeinsam reden, zuhören, lachen, stärken – in einer offenen und respektvollen Runde. 💜
Neue Teilnehmer*innen sind herzlich eingeladen sich per E-Mail anzumelden- hello@transV.at Wir freuen uns auf dich! – Dein Team von trans* Vielfalt
Am 20. November, dem Trans Day of Remembrance (TDoR), gedenken wir all jenen trans und gender-diversen Menschen, die transfeindliche Gewalt erfahren oder gar ihr Leben dadurch verloren haben. Es ist ein Tag der Trauer – aber auch ein Tag der Solidarität und der Erinnerung daran, wie überlebenswichtig Schutz, Sichtbarkeit und Gemeinschaft sind.
Lasst uns gemeinsam erinnern. Lasst uns gemeinsam wachsen. Lasst uns gemeinsam weiterleben – in Stärke und Vielfalt.
Das Eichhörnchen zeigt uns, wie Resilienz, Achtsamkeit und Selbstfürsorge aussehen können. 🐿️
Wie das Eichhörnchen Nüsse für den Winter sammelt, bauen wir Schritt für Schritt unsere eigenen Ressourcen auf und sorgen für schwierige Zeiten vor. Gleichzeitig sind Eichhörnchen aufmerksam und vorsichtig – ein Zeichen dafür, wie wichtig es ist, achtsam mit sich selbst und den eigenen Grenzen umzugehen.
Trotz ihrer kleinen Größe meistern Eichhörnchen große Herausforderungen. Sie erinnern uns daran, mutig zu sein, Hindernisse zu überwinden und immer wieder aufzustehen. Außerdem schaffen sie sich sichere Plätze, in denen sie Kraft tanken können – ein Symbol dafür, wie entscheidend es ist, geschützte Räume zu finden, um Stärke zu entfalten.
Für die trans*Community heißt das: sich Raum geben, Ressourcen sammeln und Schritt für Schritt ein stabiles, sicheres Fundament für sich selbst aufzubauen– kleine Schritte, große Wirkung. ✨🌈
Heute auf der WAST-Konferenz der Wiener Antidiskriminierungsstelle ging es um das Leben und die Rechte von LGBTIQ-Personen – und auch um die anhaltende Gewalt und den Hass, denen trans Menschen ausgesetzt sind.
Umso schockierender war es, dass Kurt Krickler versuchte, dort Flyer für das transfeindliche Netzwerk Athena rund um Faika El-Nagashi zu verteilen – ein Netzwerk, das aktiv daran arbeitet, den Schutz und die Rechte von trans Personen zu untergraben.
Ich habe die Verantwortlichen darauf hingewiesen, und sie haben sofort gehandelt. DANKE an die WAST, dass sie klare Grenzen gegen Transfeindlichkeit gesetzt haben.
Unsere Räume für Antidiskriminierung sind kein Ort für Hass!
Jeder Mensch beginnt gleich. In den ersten Wochen nach der Empfängnis gibt es keinen männlichen oder weiblichen Körper. Jedes Embryo folgt demselben Entwicklungsplan. Etwa fünf Wochen nach der Befruchtung besitzt der Fötus dieselben Gewebeanlagen – die sogenannte Genitalleiste – und zwei Kanalsysteme, aus denen sich entweder männliche oder weibliche Organe entwickeln könnten. Selbst die Brustwarzen entstehen, bevor überhaupt jene Hormone aktiv werden, die geschlechtliche Unterschiede formen. Deshalb haben alle Menschen sie.
Zwischen der sechsten und zwölften Schwangerschaftswoche beginnen Gene und Hormone, den Weg der Entwicklung zu bestimmen. Ein Gen auf dem Y-Chromosom, SRY, kann die Produktion von Testosteron in den Hoden anstoßen. Wenn dieses Gen aktiv ist und die Zellen stark darauf reagieren, entsteht männliche Anatomie. Wenn nicht, entwickelt sich weibliche Anatomie – gewissermaßen als Standard. Doch dieser Prozess ist kein simples Schwarz-Weiß. Zeitpunkt, Hormonspiegel, Empfindlichkeit der Rezeptoren und viele kleine genetische Unterschiede können beeinflussen, wie sich Körper und Gehirn formen.
Diese Vielfalt ist normal. Biolog*innen sprechen von sexueller Differenzierung – einem Spektrum, nicht einer starren Zweiteilung. Intergeschlechtliche Menschen sind der lebende Beweis dafür: Allein im Vereinigten Königreich leben etwa 1,3 Millionen Menschen, deren körperliche Merkmale nicht in die klassischen Kategorien „männlich“ oder „weiblich“ passen. Manche haben XY-Chromosomen, aber Eierstöcke; andere haben XX-Chromosomen, aber höhere Testosteronspiegel; wieder andere haben genetische Kombinationen, die sich nicht klar zuordnen lassen. All das ist nichts Ungewöhnliches – es ist schlicht menschliche Biologie.
Auch das Gehirn folgt diesem Muster. Während der Schwangerschaft wird das Gehirn durch dieselben Hormone geprägt, die auch den Körper beeinflussen. In manchen Fällen stimmen beide Entwicklungen nicht vollständig überein. Neurowissenschaftliche Studien zeigen, dass es subtile strukturelle und funktionale Unterschiede zwischen typischen männlichen und weiblichen Gehirnen gibt. Eine Auswertung in Nature Reviews Neuroscience (2019) fand heraus, dass bei trans Frauen mehrere Gehirnregionen stärker weiblichen Mustern ähneln als männlichen. Mit anderen Worten: Das Empfinden einer geschlechtlichen Identität ist biologisch begründet – nicht Einbildung.
Trans zu sein ist also keine Modeerscheinung, keine Phase und keine „soziale Ansteckung“. Es ist ein Ausdruck natürlicher menschlicher Vielfalt.
Kulturelle Vielfalt bestätigt das. In vielen Gesellschaften auf der ganzen Welt wurden mehr als zwei Geschlechter anerkannt: die Hijra in Südasien, Two-Spirit-Personen in indigenen Gemeinschaften Nordamerikas oder die fa’afafine in Samoa. Die moderne Wissenschaft erklärt nun, wie diese Vielfalt entsteht – durch normale, biologische Unterschiede in Genen, Hormonen und Gehirnstruktur.
Medizinische Forschung zeigt außerdem: Geschlechtsaffirmierende Behandlungen verringern psychisches Leid erheblich. Studien belegen, dass Pubertätsblocker, Hormontherapien oder unterstützende medizinische Versorgung Depressionen und Suizidgedanken deutlich reduzieren können. Laut dem Trevor Project (2023) waren trans Jugendliche mit Zugang zu solcher Versorgung 73 % weniger wahrscheinlich, einen Suizidversuch zu unternehmen. Sowohl die Endocrine Society als auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufen diese Maßnahmen als medizinisch notwendig ein.
Und doch halten sich Mythen. Falschinformationen behaupten, Biologie sei einfach, Geschlecht ließe sich nur an Chromosomen ablesen oder Menschen könnten durch gesellschaftliche Einflüsse „trans gemacht“ werden. Die Realität ist komplexer. Selbst Chromosomen folgen keinem strikten Muster: Manche Frauen haben XY, manche Männer XXY, andere besitzen mosaikartige Kombinationen. Entscheidend für die gelebte Realität ist, wie sich Körper und Gehirn entwickeln, nicht ein Buchstabe auf einem Laborbefund.
Wer also fragt, warum es trans Menschen gibt, findet die Antwort in der Biologie selbst: Jedes Embryo beginnt gleich. Hormone und Gene lenken die Entwicklung in verschiedene Richtungen. Manchmal stimmen Körper und Gehirn nicht vollständig überein – und genau das macht uns Menschen so vielfältig und faszinierend.
Trans Menschen sind nicht gegen die Natur. Sie sind Natur. Sie existieren, weil Biologie Vielfalt hervorbringt.
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Quellen:
Daniel Lismore (Facebook)
National Institutes of Health – Fetal Development Week by Week (2024)
Scientific American – „The New Science of Sex and Gender“ (2017)
Nature Reviews Neuroscience (2019, 20:725–735) – Sex differences in the human brain
Endocrine Society – Clinical Practice Guideline on Endocrine Treatment of Gender-Dysphoric/Gender-Incongruent Persons (2017)
World Health Organization – Sex and Gender in Health Research (2022)
The Trevor Project – U.S. National Survey on LGBTQ Youth Mental Health (2023)
Ich habe mich entschieden, dorthin zu gehen, wo transfeindliche Narrative entstehen. Nicht, weil es angenehm ist – sondern weil Wahrheit und Würde es wert sind, verteidigt zu werden.
Ich war in den letzten Tagen in der Kronen Zeitung und bei Servus TV zu sehen – zwei Medien, die nicht unbedingt als transfreundlich bekannt sind.
Mir war wichtig, in dieser aufgeheizten Stimmung eine klare Stimme zu sein:
Was wir gerade erleben, ist keine Debatte über eine einzelne Person, sondern eine orchestrierte Kampagne, die den Fall „Walter/Waltraud“ nutzt, um Stimmung gegen trans Menschen zu machen.
Transfeindliche Narrative werden von Boulevard bis Qualitätsmedien weitergetragen – und plötzlich wird wieder über die „zwei Geschlechter“ diskutiert, als wären wir in den 1950ern.
Ich habe mich bewusst entschieden, dort zu sprechen, wo Desinformation entsteht – um dem etwas entgegenzusetzen.
Denn Schweigen überlässt die Bühne jenen, die hetzen.
Und wir dürfen nicht zulassen, dass Einzelfälle instrumentalisiert werden, um eine ganze Community zu diffamieren.
Trans Menschen verdienen Respekt, Sicherheit und Wahrheit – keine mediale Hetze.
In den letzten Wochen hatte ich mit einigen Ärztinnen und Fachkräften wirklich gute und wertschätzende Gespräche. 💬 Ich freue mich total, dass sich einige von ihnen bereit erklärt haben, sich bei unseren trans Medizin-Abenden vorzustellen!
Sobald die Termine fixiert sind, melde ich mich mit den Ankündigungen. 😊
Zum Start legen wir den Fokus auf Chirurginnen und andere Fachärztinnen, um euch einen Überblick über die medizinischen Angebote für trans* Personen in Österreich zu geben. Später möchten wir das Spektrum erweitern – wenn du dazu Ideen oder Wünsche hast, schreib uns gerne an hello@transv.at 💌