trans* Vielfalt – VIDE

trans* Vielfalt Beratungsstelle

Expertenbeirat- unsere verbundenen Expert*innen

OA Dr. Philip Klumpen
OA Dr. Philip Klumpen

Dr. Philip Klumpen

Facharzt für Urologie · Spezialist für geschlechtsangleichende Genitalchirurgie

Dr. Philip Klumpen ist Facharzt für Urologie und seit vielen Jahren auf rekonstruktive Urologie und geschlechtsangleichende Genitalchirurgie spezialisiert. Seit 2021 leitet er die Sektion Genitalchirurgie an der Klinik Favoriten in Wien und hat gemeinsam mit seinem Team eine der erfahrensten Einheiten für feminisierende Genitalchirurgie in Österreich aufgebaut.

Sein Schwerpunkt liegt auf der individuellen Planung und Durchführung von Operationen wie Vaginoplastik, Vulvaplastik, Orchiektomie und Revisionsoperationen. Dabei verbindet er hohe chirurgische Präzision mit einem besonderen Augenmerk auf Funktion, Ästhetik und langfristige Nachsorge.

Was uns besonders wichtig ist: Bei Dr. Klumpen steht nicht nur die Operation im Mittelpunkt. Von der ersten Beratung über die gemeinsame Planung bis zur Nachsorge begleitet er seine Patient:innen persönlich und legt großen Wert auf eine respektvolle, wertschätzende und diskriminierungsfreie Betreuung.

Auch fachlich ist ihm ein ganzheitlicher Blick wichtig. Er arbeitet interdisziplinär mit anderen Bereichen der geschlechtsaffirmativen Medizin zusammen und orientiert seine Behandlung an den aktuellen wissenschaftlichen Standards und den WPATH-Leitlinien.

Wir freuen uns sehr, Dr. Philip Klumpen als einen unserer verbundenen Experten vorstellen und mit ihm auf unserem Weg für eine gute, kompetente und respektvolle Versorgung von trans* und genderdiversen Menschen zusammenarbeiten zu können.

Ernst Christian Silbermayr

Ein Leben zwischen Psychologie, Aktivismus und gesellschaftlichem Engagement

Ernst Christian Silbermayr, geboren am 21. Januar 1961 in Wien, vereint in seinem Werdegang eine beeindruckende Bandbreite an beruflichen und gesellschaftlichen Aktivitäten. Nach dem Studium der Psychologie und Politikwissenschaft an der Universität Wien, das er 1988 mit der Promotion zum Dr. phil. abschloss, folgte eine vielseitige Laufbahn, die Wissenschaft, Kunst und soziales Engagement verbindet.

Bereits während seines Studiums absolvierte er eine Schauspielausbildung und arbeitete als Schauspieler in Theater und Film. Parallel dazu begann er seine Psychotherapieausbildung in klientenzentrierter Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers (ÖGwG) sowie später in Psychodrama, Soziometrie und Rollenspiel (ÖAGG), die er 1996 abschloss. Sein Engagement für die LGBTIQ-Community begann ab 1986 und umfasste Mitwirkungen in verschiedenen Projekten, darunter die Gründung des ersten schwulen Sportvereins Österreichs, „Aufschlag“, und des Vienna City Tuntathlons.

Beruflich war er ab 1988 bei der Österreichischen Aidshilfe (später Aidshilfe Wien) tätig, wo er das Buddy-Projektaufbaute und leitete – eine Initiative zur ehrenamtlichen emotionalen Begleitung von Menschen mit HIV/Aids. 1992 wurde er in die Psychotherapeut:innen-Liste sowie in die Liste der Klinischen und Gesundheitspsycholog:innen aufgenommen. Seit 1993 arbeitet er freiberuflich als Psychotherapeut, Klinischer- und Gesundheitspsychologe, Supervisor, Coach, Mediator und Trainer. Seine Schwerpunkte liegen in Krisenintervention, Kommunikation, Konfliktmanagement, Sucht und Abhängigkeit, Sexualität, Geschlechtsidentität und Psychosomatik.

Von 1994 bis 2004 war er im Verein Dialog (ambulante Drogenberatung) angestellt, und ab 2005 arbeitete er beim Verein P.A.S.S. (Prävention, Angehörigenberatung, Suchtberatung). Seine Expertise gab er in zahlreichen Lehraufträgen weiter, etwa an der Universität Innsbruck oder in Ausbildungen für Mediation und Lebensberatung. 2004 absolvierte er eine Mediationsausbildung und wurde in die Mediator:innenliste des Bundesministeriums für Justiz eingetragen. 2018 folgte die Zertifizierung in klinischer Hypnose.

Ein besonderes Anliegen ist ihm die Arbeit mit Trans*, Inter* und nicht-binären Personen: Ab 2022 leitete er die Expert:innengruppe Trans*Inter*Sexualitäten-Psychotherapie im ÖBVP, zunächst als Co-Leiter, ab 2026 alleinverantwortlich. Zudem wirkte er 2017–2018 an den „Empfehlungen zu Varianten der Geschlechtsentwicklung“ des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz mit. 2023 war er als Soziodramatiker an den Dokumentarfilmen „Lace Relations“ und „Death and the Maiden“ beteiligt. Seit 2025 ist er Trainer für „Rauchfrei in 6 Wochen“ (ÖGK).

Sein Engagement für eine offene, vielfältige Gesellschaft und sein Einsatz für psychologische und soziale Belange machen ihn zu einer prägenden Persönlichkeit in Österreich.

Barbara Dworak

Psychotherapeutin · Supervisorin · Wegbegleiterin

Manche Menschen begleiten einen ein Stück des Weges – und manche helfen dabei, überhaupt wieder den eigenen Weg zu finden. Barbara Dworak gehört für uns zu letzteren.

Barbara ist unsere Supervisorin und begleitet uns dabei, unsere Arbeit immer wieder zu reflektieren, neue Perspektiven einzunehmen und auch in herausfordernden Situationen gut bei uns und bei den Menschen zu bleiben, die wir begleiten. Ihre langjährige Erfahrung als Psychotherapeutin, insbesondere in der systemischen Therapie und in der Traumatherapie mit EMDR, bringt dabei eine besondere Tiefe in diese Zusammenarbeit.

Für mich persönlich ist Barbara darüber hinaus eine wichtige Wegbegleiterin. Ihre therapeutische Arbeit hat mir geholfen, mich mit schmerzhaften Erfahrungen und Trauer auseinanderzusetzen, Erlebtes zu verarbeiten und wieder Zugang zu den eigenen Ressourcen und zur eigenen Stärke zu finden. Auch im Umgang mit meiner Biografie und den damit verbundenen Erfahrungen war ihre Begleitung für mich von großer Bedeutung.

Was ich an Barbara besonders schätze, ist ihre Haltung: Menschlichkeit, Wertschätzung, Empathie und gleichzeitig der Mut, auch schwierige Dinge anzuschauen. Sie begegnet Menschen nicht mit fertigen Antworten, sondern mit Interesse, Offenheit und dem Vertrauen darauf, dass Veränderung möglich ist.

Dass sie heute nicht nur mich persönlich, sondern auch unsere Arbeit bei trans* Vielfalt als Supervisorin begleitet, bedeutet mir deshalb besonders viel. Wir sind sehr froh, Barbara an unserer Seite zu wissen – als erfahrene Psychotherapeutin, als Supervisorin und vor allem als einen Menschen, der uns auf unserem Weg immer wieder daran erinnert, dass aus schwierigen Erfahrungen auch neue Stärke entstehen kann.

Adrian Kirlier

Sexualpädagoge · Klinischer Sexologe · Psychosozialer Berater

Manchmal findet einen die eigene Arbeit, bevor man selbst nach ihr sucht. So war es auch bei Adrian Kirlier. Begonnen hat sein Weg mit der Begleitung einer Gruppe von Angehörigen transidenter Menschen. Über seine Ausbildung zum psychosozialen Berater führte ihn dieser Weg schließlich zur Sexualpädagogik – einem Bereich, für den er seither mit großer Begeisterung arbeitet.

Besonders wichtig ist Adrian dabei die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. In Workshops begleitet er junge Menschen dabei, ihren Körper, ihre Sexualität und ihre eigenen Bedürfnisse kennenzulernen und einen bewussten und selbstbestimmten Umgang damit zu entwickeln. Gleichzeitig begleitet er auch Erwachsene in Fragen rund um Sexualität und persönliches Wohlbefinden.

Um Pädagogik und ein noch tieferes Verständnis von Körperwahrnehmung und Sexualität miteinander zu verbinden, absolvierte Adrian anschließend die Ausbildung zum Klinischen Sexologen. Beide Ausbildungen absolvierte er am Österreichischen Institut für Sexualpädagogik und Sexualberatung (ISP).

Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die körperorientierte Begleitung nach dem Ansatz des Sexocorporel. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie wir unseren eigenen Körper wahrnehmen, erleben und bewohnen. Sexualität wird als etwas verstanden, das immer auch im Körper stattfindet – und deshalb eng mit unserer Körperwahrnehmung verbunden ist.

Gerade für trans* und nichtbinäre Menschen kann die bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper eine wertvolle Ergänzung sein. Dabei geht es nicht darum, wie ein Körper „richtig“ erlebt werden sollte oder medizinische Entscheidungen vorzugeben. Vielmehr geht es darum, die eigene Wahrnehmung zu stärken und herauszufinden:

  • Welche Bereiche meines Körpers fühlen sich selbstverständlich nach „mir“ an?
  • Welche Bereiche fühlen sich vielleicht fremd oder weniger zugehörig an?
  • Wie erlebe ich meinen Körper in Ruhe, Bewegung und Berührung?
  • Welche Empfindungen nehme ich wahr – und welche vielleicht bisher kaum?

Ein zentraler Begriff ist dabei das Körperschema – unsere innere Landkarte des eigenen Körpers. Sie entsteht durch unsere Erfahrungen und Wahrnehmungen und kann sich im Laufe des Lebens verändern. Besonders vor, aber auch nach hormonellen oder chirurgischen Veränderungen kann es hilfreich sein, diese innere Landkarte bewusst wahrzunehmen und neu zu entdecken.

Nach körperlichen Veränderungen braucht auch die eigene Wahrnehmung Zeit, sich neu zu orientieren. Neue Empfindungen wollen kennengelernt, Berührungen neu erlebt und Bewegungsmuster manchmal neu entdeckt werden. Körperorientierte Sexualberatung

Valerie Lenk

Valerie Lenk

psycho-soziale · Beraterin · Unternehmensberaterin · Trainerin

Manchmal führt einen das eigene Leben zu einer Aufgabe, die man sich ursprünglich gar nicht ausgesucht hat. Bei Valerie Lenk waren es persönliche Krisen und die Erfahrung, wie wichtig Unterstützung in schwierigen Lebensphasen sein kann, die sie zunächst in die Peerberatung und später in die psychosoziale Beratung geführt haben.

Aus dem Wunsch heraus, Menschen nicht nur aus persönlicher Erfahrung, sondern auch mit fundiertem fachlichem Wissen begleiten zu können, absolvierte Valerie die Ausbildung zur psychosozialen Beraterin und schloss diese 2025 ab.

Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Auseinandersetzung mit Diskriminierung und Selbststigmatisierung. In ihrer Diplomarbeit beschäftigte sie sich intensiv damit, wie gesellschaftliche Abwertung und Vorurteile nach innen wirken können – und wie Menschen dadurch beginnen können, negative Zuschreibungen selbst zu übernehmen. Dabei beschränkt sie sich bewusst nicht auf eine einzelne Form von Diskriminierung. Einen besonderen Schwerpunkt bildet jedoch die Begleitung von trans* Personen.

Valerie arbeitet auf Grundlage systemischer und gestalttheoretischer Ansätze. Dabei geht es ihr nicht darum, Menschen vorzuschreiben, wie sie leben oder welche Entscheidungen sie treffen sollen. Vielmehr möchte sie gemeinsam mit ihren Klient:innen herausfinden, welche eigenen Ressourcen vorhanden sind, welche Belastungen das Leben erschweren und welche Wege zu mehr Selbstbestimmung und Lebensqualität führen können.

Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit ist dabei die Verbindung von individueller Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Realität. Valerie ist überzeugt, dass es langfristig entlastend sein kann, nicht ständig gegen die Welt ankämpfen zu müssen, sondern einen eigenen Platz in ihr zu finden – mit den eigenen Bedürfnissen, Grenzen und Besonderheiten, ohne sich selbst dafür verleugnen zu müssen.

Gerade für Menschen, die aufgrund ihrer Identität, Herkunft, Lebensweise oder anderer Merkmale Diskriminierung erfahren haben, kann dieser Weg herausfordernd sein. Die Auswirkungen solcher Erfahrungen reichen oft weit über die konkrete Situation hinaus und können das eigene Selbstbild, Beziehungen und das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung beeinflussen.

In ihrer Beratung möchte Valerie einen Raum schaffen, in dem solche Erfahrungen ausgesprochen, sortiert und neu betrachtet werden können – wertschätzend, auf Augenhöhe und ohne fertige Antworten.

Ihre Arbeit verbindet dabei fachliche Beratung mit langjähriger Erfahrung in der Begleitung von Menschen in Krisen und mit ihrem Engagement für eine Gesellschaft, in der Vielfalt nicht ständig erklärt oder verteidigt werden muss, sondern selbstverständlich sein kann.

Ihr Ziel ist nicht, Menschen zu verändern. Es geht darum, sie dabei zu unterstützen, ihren eigenen Weg zu finden – und ein Leben zu führen, in dem sie sich selbst treu bleiben können und trotzdem ihren Platz in dieser Gesellschaft finden.